WO DIE FREIEN FRAUEN WOHNEN – VOM MATRIARCHAT DER MOSUO


Freitag, 1. April 2016

20:30 Uhr (ab 19:30 Uhr Essen, Trinken + Gelegenheit zur Information)
Stadtteilbüro Bockenheim, Leipziger Str. 91, 60487 Frankfurt

D 2014, 90 min, Regie: Uschi Madeisky u.a.

Im Süden von China am Lugusee leben die Mosuo, die für ihr harmonisches Zusammenleben ohne Eifersucht, Gewalt und Krieg bekannt sind. Machtstreben ist ihnen fremd. Die Filmemacherinnen trafen zufriedene Menschen, die sich nach der Lebenswelt von Frauen und Kindern ausrichten. Wir sehen Frauen, die lachen, tanzen und singen, entspannt und frei sind und die wirtschaftlichen und sozialen Fäden in der Hand halten. Sie kümmern sich gemeinschaftlich um die Kinder, unterstützt von den weiblichen und männlichen Verwandten. Die patriarchale Ehe und Zersplitterung der Familie kennen sie nicht. Wenn eine Frau ihren Geliebten einlädt, bleibt er über Nacht bei ihr in ihrem „Blumenzimmer“. Tagsüber lebt und arbeitet er in seinem Mutterclan. Im übrigen China trug dieser Brauch den Mosuo-Frauen den Ruf ein, sie seien leicht zu haben, was zu einem Tourismus zum Lugu-See führte. Der Film zeigt auch, wie sich die Mosuo dagegen zur Wehr setzen und ihre Traditionen bewahren.
Wie die Mosuo-Frauen ihren weiblichen Raum bewahren und in einem Mutter-Tochter-Kontinuum leben, stimmt uns hoffnungsvoll. Kaum zu glauben, wie natürlich ihre gegenseitige Unterstützung auf uns wirkt im Kontrast zum belastenden Lebensstil der Frauen und Mütter im Westen, der sie oft einsam und abhängig macht. Wir nehmen wahr, dass die Mosuo anders miteinander umgehen, ihre Liebesbeziehungen anders sind und Kinder sich anders zu den Erwachsenen oder Älteren verhalten. Die Mosuo lassen uns miterleben und nachvollziehen, wie ihr matrilineares Lebensmodell im Alltag gelingt - dank der einfühlsamen und bewußten Haltung der Filmemacherinnen. In Europa sind keine vergleichbaren gesellschaftlichen Strukturen mehr vorhanden. Die Perspektive auf die Welt der Mosuo-Frauen schenkt uns neue Orientierung. Deshalb ist diese Dokumentation jetzt und für die Zukunft so kostbar und wichtig.

Die Filmemacherinnen
Uschi Madeisky, Tony-Sender-Preis-Trägerin, hat sich einen Namen mit ihren Dokumentarfilmen über matriarchale Kulturen und Gesellschaften der Gegenwart gemacht („Die Töchter der sieben Hütten“, „Wo dem Gatten nur die Nacht gehört“, „Trommeln der Liebe“).

Daniela Parr, Absolventin der Filmhochschule Ludwigsburg, drehte mit Uschi Madeisky den Film „Die Tochter - eine Clansaga aus dem Matriarchat der Khasi". Neben ihren Filmreisen in matriarchale Gesellschaften, bereist sie matriarchal-mythologische Orte, die auf dem Online-Portal „Godeweg“ erscheinen.
Dagmar Margotsdotter-Fricke ist Kulturforscherin und Autorin („Die gute Mär", „Die Zauberhaft“ und „Menstruation“). Mit Uschi Madeisky und Daniela Parr ist sie im Vorstand von MatriaVal e.V. - Verein zu Unterstützung matriarchaler Gesellschaften und Vermittlung matriarchaler Werte.

Wir freuen uns, Uschi Madeisky zum Filmgespräch bei uns begrüßen zu können.

Unterstützt vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten.

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