MUMIA GRUPPE

Der Journalist und Black-Panther-Aktivist Mumia Abu-Jamal sitzt seit dem 9. Dezember 1981 in den USA im Gefängnis, davon 29 Jahre lang im Todestrakt und nun seit mehr als einem Jahrzehnt im sogenannten Normalvollzug. Am Rand eines Schusswechsels war er am 9. Dezember 1981 von einem Polizisten in Philadelphia lebensgefährlich verletzt und daraufhin verhaftet worden mit dem Vorwurf, eben diesen Polizisten erschossen zu haben.

Mit Hilfe von manipulierten Beweisen, gekauften Zeug*innen und offensichtlichen Verstössen gegen die Verfahrensabläufe wurde Mumia Abu-Jamal im Juli 1982 in einem unübersehbar rassistischen und politisch motivierten Prozess zum Tode verurteilt. Abu-Jamals Hoffnung, dass sein Fall juristisch noch einmal aufgerollt werden könnte, wurde im April 2024 zerschlagen. Die zuständige Richterin hat sich geweigert, die zahlreichen neuen Beweismittel der Verteidigung zu prüfen. Die von der Verteidigung eingelegte Berufung kann die Verschlechterung des Gesundheitszustands des 69-jährigen politischen Gefangenen nicht aufhalten, sein Leben ist weiterhin in großer Gefahr.

Seit Jahrzehnten forden Menschen weltweit die Freilassung von Mumia Abu-Jamal. Die Kampagne »100 Künstler in Solidarität mit Mumia« arbeitet derzeit an einem Buch mit Werken von Profi- und Amateurkünstlern, das mit einem Vorwort von Angela Davis erscheinen soll.

Hier in Frankfurt am Main finden regelmäßig Mahnwachen für die politischen Gefangen in den USA jeweils am 17. eines Monats um 18 Uhr stattvor dem US–Generalkonsulat, Gießener Str. 30, 60435 Frankfurt am Main.

Nächste Mahnwache Monatag, den 17. Juni 2024, 18:00 bis 19:00 Uhr

Weitere Informationen zu den Langzeitgefangenen Mumia Abu-Jamal und Leonard Peltier:

Archiv der Seite Mumia Gruppe DWH

https://freiheit-fuer-mumia.de/

https://das-mumia-hoerbuch.de/

https://www.leonardpeltier.de/


Solidaritätsveranstaltung für Mumia Abu-Jamal

Lesung, Vortrag und online zugeschaltet Gäste aus den USA
Dienstag, 20. Februar 2024 um 19 Uhr
Saalbau Gallus Frankenallee 111, Raum Rebstock, 60326 Frankfurt (S+StraBa Galluswarte)

Annette Schiffmann, die Übersetzerin, wird einige der Texte vorstellen und Dr. Michael Schiffmann als Experte über die Hintergründe dieses außergewöhnlichen Falles berichten.

.Mumia Abu-Jamal sitzt seit 42 Jahren im Gefängnis. Der US-amerikanische Radio-Journalist aus Philadelphia war 1981 verhaftet und ein halbes Jahr später wegen Mordes an dem Polizisten Daniel Faulkner zum Tode verurteilt worden. Ende Dezember 2011 wurde sein Todesurteil in lebenslänglich ohne Bewährung umgewandelt.
Alles spricht gegen seine Schuld, sein Prozess verletzte laut Amnesty International sämtliche internationalen Standards für ein faires Verfahren. Von Polizei und Staatsanwaltschaft erpresste Zeugen, ein durch und durch korrupter Polizei-Apparat, einvollkommen überforderter und unterfinanzierter Pflichtverteidiger, ein offen rassistischer Richter, die extreme Politisierung des gesamten Prozesses wegen Abu-Jamals früherer Mitgliedschaft in der Black Panther Party – der Mann hatte keine Chance. Aber er hat sich in all den Jahren seine Wärme bewahrt, seinen revolutionären Scharfsinn, seine Hoffnung auf Freiheit, seine Leidenschaft für die Wahrheit und für Veränderung.
Gerettet haben ihn sein großes Talent mit Worten und eine unermüdliche internationale Solidaritäts- bewegung. Seit Jahrzehnten veröffentlicht er wöchentlich seine Kommentare zur Weltlage im Großen und Kleinen, und seine Beiträge sind inspirierend. Wie ist das möglich? Was können wir für seine Freiheit tun ?

Veranstalterinnen:
Mumia-Gruppe im Dritte Welt Haus e.V., Tokata -LPSG RheinMain e.V. Verein zur Unterstützung indigener Menschenrechtsprojekte& Leonard Peltier Support Group.

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Am Mittwoch, 24. April, wird der afroamerikanische Journalist und politische Gefangene Mumia Abu-Jamal 70 Jahre alt. Den Großteil dieser Jahre musste der ehemalige Pressesprecher der Black Panther Party (BPP) Philadelphia bis heute in Haft verbringen.

Seit über 42 (!) Jahren kämpft Abu-Jamal aus der Haft heraus um seine Freiheit. Als Radiojournalist und Autor von bisher elf Büchern hat er nicht nur weltweit unzählige Menschen motiviert, für ein besseres Leben und gerechte Verhältnisse einzutreten, sondern er wurde auch fester Bestandteil einer Bewegung, die gegen alle Merkmale der seit der Sklaverei anhaltenden weißen Vorherrschaft kämpft. Weder Hinrichtungsbefehle noch fast 29 Jahre Isolationshaft und die völlig unzureichende Gesundheitsversorgung haben Abu-Jamal davon abbringen können, an einem der grausamsten Orte des sozialen Krieges gegen die Armen laut und deutlich eine »Voice of the Voiceless«, eine Stimme der Unterdrückten, zu sein und unermüdlich Hoffnung zu verbreiten.

Bereits im Jahr 2000 kritisierte Amnesty International in einem eigenen Bericht die anhaltende Inhaftierung von Abu-Jamal. (…) Seitdem fordert Amnesty ein neues Verfahren. Obwohl es zahlreiche Anläufe dazu gab, haben Staatsanwaltschaften und Gerichte eine große »Kreativität« darin bewiesen, dies bis heute zu verhindern. Jüngstes Beispiel war die Begründung einer Richterin im März 2023 zur Abweisung einer neuen Beweisaufnahme. Sie gehe davon aus, dass es für die Jury in Abu-Jamals ursprünglichem Verfahren völlig unerheblich gewesen wäre, zu erfahren, dass – wie aus 2019 veröffentlichten Akten der Staatsanwaltschaft hervorgeht – zwei Hauptbelastungszeugen die Tat gar nicht gesehen hatten, sie jedoch finanzielle Anreize oder Straferleichterung für ihre Aussagen erhielten. Es erweckt den Anschein, als wollte die Justiz warten, bis Mumia Abu-Jamal an den Folgen jahrzehntelanger Isolationshaft und nachweislicher medizinischer Unterversorgung stirbt. (…) Der seit über 42 Jahren gefangene Journalist muss nun endlich freigelassen werden – nicht nur aufgrund seiner grotesk unfairen Behandlung durch die Justiz, sondern auch aus humanitären Gründen.
(aus der Mitteilung des bundesweiten Free Mumia Netzwerkes www.freiheit-fuer-mumia.de)

Es finden weltweit Solidaritätsaktionen zur Freilassung von Mumia Abu-Jamal statt: So an seinem Geburtstag selbst ahrraddemo und Kundgebung in Berlin, bei uns in Frankfurt am Main regelmäßig Infos und Proteste bei der Mahnwache vor dem US-Konsulat, jeweils am 17. eines Monats um 18:00 Uhr.