Pressemitteilung "Resolution für Mumia Abu-Jamal"

Der Vorstand des Dritte Welt Hauses Frankfurt hat am 5.12.2009 die Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt am Main um Hilfe gebeten, weil das Leben des afroamerikanischen Journalisten und Bürgerrechtlers Mumia Abu-Jamal, der sich seit fast drei Jahrzehnten in Pennsylvania im Todestrakt befindet, in großer Gefahr ist. Ihm wird vorgeworfen, den weißen Polizisten Daniel Faulkner erschossen zu haben. Er beteuert seither seine Unschuld, und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International haben eklatante Verfahrensmängel im damaligen Gerichtsprozess aufgedeckt, die offensichtlich auf rassistische Hintergründe zurückzuführen sind.

Die Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt am Main hat am 28.Januar 2010 mit überragender Mehrheit (gegen Stimmen der Freien Wähler und der NPD) die Resolution „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ angenommen. Die Abgeordneten schließen sich der weltweiten Solidaritätskampagne für Mumia Abu-Jamal an und fordern ein neues faires Gerichtsverfahren. Darüber hinaus fordert die Stadt Frankfurt am Main eine vollständige weltweite Abschaffung der Todesstrafe.
In dieser lebensbedrohlichen Situation für Mumia Abu-Jamal ist der Vorstand des Dritte-Welt-Haus glücklich, dass diese Unterstützung möglich wurde. Der Vorstand geht davon aus, dass dieser Beschluss in der Arbeit des frankfurter Gemeinwesens mit Leben erfüllt wird und in konkrete Unterstützungsmaßnahmen für Mumia Abu-Jamal mündet.

Weiterhin ist bemerkenswert, dass mehrere Kommunen in der Welt u.a. Paris und in Deutschland Bremen, Nürnberg, Fürth und München sich bereits der weltweiten Solidaritätskampagne angeschlossen haben und ein neues faires Verfahren fordern. In weiteren Städten finden z.Z. Beratungen statt.
Eine vor zwei Wochen im Namen Abu-Jamals verbreitete Online-Petition an US- Präsident Barack Obama www.petitiononline.com/Mumialaw/petition.html wurde bereits von mehr als 14.000 Menschen unterzeichnet.

Durch die aktuellen juristischen Entscheidungen in den USA hat sich die Gefahr für Mumia Abu-Jamal keineswegs verringert:
Der Oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court, hat am 19.1.2010 beschlossen, den Einspruch der Staatsanwaltschaft Philadelphia gegen die Aufhebung des 1982 verhängten Todesurteils gegen Mumia Abu-Jamal durch zwei Bundesgerichte im Jahr 2001 und 2008 anzunehmen, und den Fall zur Entscheidung über das Strafmaß – lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer weiteren Anhörung oder Vollzug der Todesstrafe- an das 3. US Bundesberufungsgericht in Philadelphia zurück zu verweisen. Die Kammer hat darüber zu entscheiden, ob die im Fall Abu-Jamal angewendeten Anweisungen an die Geschworenen zur Verhängung des Todesurteils unmissverständlich, fair und korrekt waren.
Nach Auskunft des Verteidigers ist die Gefahr für Mumia Abu-Jamal in keiner Weise gemindert, „er schwebt in größter Gefahr, hingerichtet zu werden“.

29.1.2010

Der Vorstand des Dritte – Welt – Hauses Frankfurt e.V.
DRITTE WELT HAUS e.V. – Große Seestraße 14 - 60486 Frankfurt, vorstand@drittewelthaus.de

Autor_in & Kontakt: 
Vorstand DWH, vorstand@drittewelthaus.de