Wasser ist Leben - Stoppt die Wasserprivatisierung in Deutschland, in der Türkei, weltweit"

Veranstaltungsdatum: 
01.03.2009 - 16:00
Veranstaltungsort: 
Türkisches Volkshaus, Werrastrasse 29 (Nähe Westbahnhof, Ffm-Bockenheim)

Diskussion / Vortrag
»Wasser ist Leben - Stoppt die Wasserprivatisierung in Deutschland, in der Türkei, weltweit«
Speakers-Tour zum Gegengipfel des Weltwasserforums in Istanbul

Wasser bedeutet Leben. Auf diese knappe Formel gebracht werden die sozialen und politischen Dimensionen der Kommerzialisierung des „blauen Goldes“ schnell sichtbar. In der Türkei plant die Regierung, die Nutzungsrechte an allen Gewässern, d.h. Flüssen, Seen und Quellen, für 49 Jahre an private Konsortien zu veräußern. Was danach kommt, ist offen. Zugleich soll mit gigantischen Staudammprojekten die Energiegewinnung und -verteilung einschließlich der Kontrolle über das Wasser in die Hände internationaler Investoren gelegt werden. Diese neue Stufe der Wasserprivatisierung beschleunigt den Angriff auf das Menschenrecht Wasser nicht nur in der Türkei, sondern perspektivisch weltweit.

Im März 2009 wird das "Weltwasserforum“ in Istanbul tagen und die Initialzündung für den geplanten Deal geben. Die Gruppe SuKo (türkisch für „Wasserkoordinierung“) als ein offenes und breites Spektrum von verschiedenen Gruppen und Organisationen möchte über die Pläne der türkischen Regierung informieren. Nicht zufällig findet das WWF in Istanbul statt - die Türkei ist ganz vorne dabei, wenn es um der Verkauf der öffentlichen Daseinsfürsorge geht, oder auch um den Bau aberwitziger Staudämme gegen den Willen der Bevölkerung. In beiden Fällen profitieren auch deutsche und internationale Konzerne, deren Investitionskredite von Regierungsseite abgesichert sind.

Darüber hinaus stellt sich auch die Frage der Wasserprivatisierungen im europäischen Kontext sowie deren Einfluss auf das ökologische „Experimentierfeld“ Türkei. Letztlich ist die Wasserpolitik der Türkei eine Steilvorlage für das Bestreben, die Inwertsetzung und Kommerzialisierung lebensnotwendiger Ressourcen voranzutreiben und somit das Feld der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen über den Zugang zu Wasser, über seine Nutzung und Verteilung, machtpolitisch zu kontrollieren. In diesem Zusammenhang stellen sich viele Fragen:

Um was genau geht es bei den geplanten Privatisierungsvorhaben?
Inwiefern spielt die Türkei eine abschreckende Vorreiter-Rolle in der Wasserpolitik?
Was hat der Verkauf der Nutzungsrechte für sämtliche Gewässer in der Türkei mit gigantischen Staudammprojekten und dem Weltwasserforum (WWF) zu tun?
Welche Erfahrungen mit Wasserprivatisierungen und Staudämmen gibt es aus anderen Ländern?
Wo und wie formt sich Widerstand in der Türkei gegen den Ausverkauf der Gewässer? Welche Perspektiven eröffnen sich dadurch?
Welche Bedeutung hat der Gegengipfel zum WWF für den Widerstand in der Türkei und die internationale Wasserbewegung?
Speakers-Tour mit folgenden Referenten:

Kenan Demirkol (Arzt, Ernährungsspezialist und Mitglied der Plattform für ein alternatives WWF)
Ercan Ayboga (Staudammexperte und aktiv in der Vorbereitung des Gegengipfels zum WWF)
Jens Loewe (Autor von „Das Wasser-Syndikat“ und Mitbegründer des Wasserforums Stuttgart), nur in Stuttgart anwesend
Die Stationen der Tour:

1. März Frankfurt / Türkisches Volkshaus, Werrastraße 29 (Nähe Westbahnhof) / Beginn: 16 Uhr / Mitveranstalter: Bündnis gegen Privatisierung, Dritte-Welt-Haus, Mesopotamischer Kulturverein, Türkisches Volkshaus, attac

Veranstalter_in & Kontakt: 
Bündnis gegen Privatisierung, Türkisches Volkshaus, attac, Dritte-Welt-Haus, Mesopotamischer Kulturverein